Lesenswerter Artikel auf Achse des Guten von Dr.Cora Stephan
Zweite Runde Urheberrecht
Mai 12, 2009 von jagodamarinic
Veröffentlicht in Nicht kategorisiert | Verschlagwortet mit Die Achse des Guten, Dr. Cora Stephan, Heidelberger Appell, Mein Buch gehört mir | 2 Kommentare
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Der Artikel ist gut und war für mich sehr aufschlussreich. Ich wusste nicht, dass ein Autor für ein 20 Euro-Buch poplige 2 Euro kriegt. (ich dachte es wären 4-6). Das tut mir echt leid.
Ich finde es sehr traurig, dass Frau Dr. Stephan da etwas schreiben muss, was eigentlich selbstverständlich ist („geistiges Eigentum“ heißt schlicht, daß ich etwas schaffe, um zu meinem eigenen Wohl darüber verfügen zu können. Mein Text gehört mir und wie damit umgegangen wird, bestimme ich.).
Davon hatte ich es ja bereits in meinem letzten Kommentar. Bloß ging es da um die Leistungsschutzrechte von Zeitungen und Verlegern.
Interessant finde ich allerdings auch, dass frau Dr. Stephan auch ihre eigenen Leidensgenossen, (die Autoren) gleich mitkritisiert.
Ich frage mich, warum ist es in dem einen Fall (Zeitungen/Verleger) so, dass sich nun sogar die Justizministerin einschaltet und im anderen Fall (Autoren) nicht?
Wahrscheinlich weil die Autoren erstens keine starke Lobby haben und zweitens weil, so wie frau Dr. Stephan es sagt: (Und viel zu viele pflegen jene edle Haltung deutscher Geistesgrößen, die vorschreibt, daß geistiges Schaffen von Vermarktungsinteressen unberührt sein soll. Es sind oft die Urheber selbst, die den „content“ nicht wichtig nehmen, aus dem sich andere bedienen und an dem andere verdienen. Daran ist mal nicht das Internet schuld.)
Das behauptet sie jedenfalls.
Naja ich würde nicht gleich so weit gehen wie Frau Stephan und behaupten, die Autoren seien auch „mitschuld“.
In der Praxis ist es doch häufig eher so, dass man als junger Autor von diesem business (also dem was nach dem Schreiben folgt) weniger versteht. Vielleicht denken sich einige, das wird schon richtig sein. Mein Verleger kümmert sich schon drum, oder, das macht man halt so. Wird schon stimmen.
Aber es stimmt dann halt häufig nicht.
Man unterschreibt dann irgendeinen vorgesetzten Vertrag, nachdem man im Büro vom Verleger eine Tasse Kaffee und ein paar Kekse angeboten bekommt. Man fühlt sich dann vielleicht gut behandelt. Vielleicht sogar respektiert. Und unterschreibt dann halt das 15 Seiten-Vertragswerk, das, wie einem der Verleger dann erklärt, nur eine Formsache sei, bzw., das alle anderen ja auch unterschreiben würden, es überall gleich sei usw…
Ich weiß nicht, ob man dann gleich sagen kann, die seien doch alle selbst schuld.
Schauen sie:
Es gibt viele Akademiker, die nach dem Studium jeden auch noch so schlechtbezahlten Job annehmen, nur um endlich mal anfangen zu können, nicht mehr arbeitslos zu sein, damit sie endlich mal die überall verlangte und vielgepriesene Berufserfahrung bekommen können.
Vor allem hat man doch am Anfang überhaupt keine Ahnung, was man so verlangen kann, was üblich ist usw…
Oder wusstet ihr alle während eurer Schulzeit und während eueres Studiums wie hoch das Jahreseinkommen in eurem zukünftigen Beruf sein wird?
Ich meine, man redet doch in Deutschland nie über Gehälter! Das ist hierzulande ein Tabuthema.
Ferner möchte ich noch auf ein anderes Bsp. hinweisen:
Der Erfinder der Polymerase-Kettenreaktion (kurz: PCR-Verfahren) hat für seine Erfindung den Chemie-Nobelpreis erhalten. Mit diesem Verfahren wird DNA vervielfältigt. Man benutzt es insbesondere zur Aufdeckung von Straftaten (genetischer Fingerabdruck) oder in der Medizin (Krankheiten bekämpfen usw). Der Typ hat nur eins vergessen:
Sich seine Erfindung patentieren zu lassen!
Er wäre heute mehrfacher Milliardär!
Naja, er behauptete später, dass es ihm um die Wissenschaft ging und er seine Erfindung allen zum Wohl der Menschheit zur Verfügung stellte.
Kritiker behaupteten schon damals, er habe es schlichtweg vergessen. Was wohl naheliegend ist.
Ich glaube, er war halt ein richtiger Wissenschaftler. Er forschte und forschte. Und es ging ihm dabei wirklich nicht um Reichtum. Es ist der Wissensdrang, der solche Menschen vorantreibt!
Ihr Herz drängt sie immer weiterzumachen, weiterzubohren, weiterzuforschen. Das Problem zu lösen.
Und wenn man es dann endlich geschafft hat, denkt man doch nicht an so was wie „Urheberrechtsgesetz“, „Patentamt in München“, Anträge ausfüllen usw.
Man mag das vielleicht als „Leichtgläubigkeit“ hinstellen, aber ich finde es unfair zu sagen, ha so ein Depp, der isch ja blöd, selber schuld usw…
Sind wir denn wirklich besser? Wie oft haben wir beim Ausfüllen unserer Lohnsteuererklärung noch irgendwas vergessen, was wir hätten absetzen können., und haben danach gesagt, aaach, scheiß drauf.
Und auch solche Menschen haben ein Recht auf Schutz in unserer Gesellschaft.
Das sieht übrigens auch das Bundesarbeitsgericht so. Es spricht Arbeitnehmern, die einen Vertrag unterschrieben haben, der ihnen nur einen Hungerlohn zuspricht unter gewissen Umständen (50 % unter dem tariflichen Mindestlohn bzw. dem branchenüblichen Lohn, Ausnutzung einer persönlichen Zwangslage des Arbeitnehmers usw…) einen tariflich üblichen Lohn zu (auch rückwirkend!).
Man sagt dann: die Lohnvereinbarung sei „sittenwidrig“, und daher unwirksam! (das gilt aber wohlgemerkt nur in Extremfällen und nur ausnahmsweise)
Im Fall des Chemie-Nobelpreisträgers muss man leider sagen, Pech gehabt.
In den Fällen der Autoren, bin ich mir nicht sicher, ob man hier das gleiche sagen kann. Ich denke, die Frau Stephan macht es sich da ein bisschen zu einfach.
Hinsichtlich der Raubkopien im Internet möchte ich noch folgendes sagen:
Echte Buchliebhaber hassen es, auf einen Bildschirm starren zu müssen, um ein Buch lesen zu können.
Ich meine, viele sitzen doch sowieso schon den ganzen Tag vor dem Flat-screen und auch sonst glotzen wir TV, da möchte man doch auch mal abschalten und ein gutes altes herkömmliches Buch aus Papier in die Hand nehmen und genießen!
Kennt ihr das, wenn die Seiten ein bisschen „riechen“ (na ja gut, manchmal stinken sie auch ein bisschen, vor allem wenn sie alt sind)? Und man sich zurückerinnert an seine Kindheit, als die Mutter dieses eine Buch einem vorgelesen hat. Vor allem wenn sie so schöne Zeichnungen und Skizzen drin hatten. Mein Vater hatte früher ein Astronomiebuch. Darin waren wunderschöne Bilder vom Mond, der Mondlandung, den anderen Planeten usw. abgedruckt. Ich hab sie immer stundenlang angeschaut. Mich haben die Bilder total fasziniert.
Oder kennt ihr diese großen DIN-A4-Disney-Kinderbücher mit wenig Text aber wunderschönen riesigen bunten Bildern vom König der Löwen und Cinderella? Sie haben dieses wunderschöne, glänzende Hochglanzpapier! Kinder finden so was cool.
Wenn ich den Kindern von meinem Cousin solche Bücher schenke, sagen sie immer zuerst, „würg, ööäääh, schon wiiiiiieder ein Buuuch!“ aber dann wollen sie immer, dass man es ihnen vorliest und sie schauen sich auch immer stundenlang die Bilder an.
Was wollen sie denn bei einem E-Book machen? Wenn sie ein solches den Kindern vorlesen möchten und ihnen die schönen Bilder zeigen wollen, dann müssen sie ihnen zunächst sagen: „wartet mal, ich muss erst kurz runter-scrallen“.
AAAAwaaaaa, mann! Wie kommt das denn?!
Und überhaupt, was machen sie, wenn ihnen die Software von dem blöden Ding mal abstürzt?
Dann sind die Daten und somit die kompletten Bücher futsch!
Ein herkömmliches Buch müssen sie schon verbrennen um es zu vernichten!!!
Daher sage ich : „Diamonds…….äh, nein……books…are forever!!!
Das gleiche gilt für das Einscannen von kompletten Büchern im Internet.
Wollen sie das alles ausdrucken und dann etwa „tackern“ oder in einen Leitz-Aktenordner einsortieren?
„Heeey, kannste mir mal des neue Buch von „Jagoooda Marinik“ ausleihen?“
„Klaaar mann! Nimms dir. Es steht in meinem Regal, fünfter Leitz-Ordner von rechts, Unterabschnitt C, gleich hinter der Biographie von Bushido!“
Wie kommt das denn?!
Nein mann. Das wird nix!
All dies spricht dagegen, dass sich das Kopieren von Literatur im Internet langfristig gesehen wirklich auf die (zumindest bei den mittleren und kleinen und unbekannten ) Autoren auswirkt.
Das wird also m.E. keine echte Konkurrenz für die Schriftsteller. (Natürlich muss man dennoch dagegen vorgehen).
Und noch was (mir fällt grad kein gscheiter Übergang ein):
Ich glaube aber, dass die Autoren in der Vergangenheit zu selten und zu wenig „das Maul aufgemacht haben“. Daher haben sie keine ausreichende Macht. Sie finden nur geringes Gehör. Vereinzelte gemeinsame „Appelle“ helfen da wenig.
Ich muss zugeben, dass mir so spontan au nix gscheits einfällt, was sie besser machen könnten.
Aber sie müssten vielleicht irgendwie ihre Stimmen erheben, ihren Einfluss, ihre „Macht“ bündeln.
Weiß nicht. Vielleicht auf die Strasse gehen. Demonstrieren, oder so was. Plakate, im TV auftreten. Naja, irgendwie ein bisschen „Stress machen“ oder sowas.
Wenn das 30 in einem gesitteten, kultivierten, im perfekten Hochdeutsch wohlformulierten „Appell“ machen juckts doch niemanden. Wenn aber 10 000 sich irgendwo treffen,…..macht das einen ganz anderen Eindruck.
Schauen sie:
Bei den Ärzten ist das doch ähnlich. Jeder von uns weiß doch, dass es ihnen auch dreckig geht.
Aber erst, wenn die mal die Krankenhäuser dicht machen und 10 000 von ihnen zur Siegessäule marschieren merkt auch der normale Bürger, dass was faul ist im Staate Dänemark, äh…Deutschland.
Weiß nicht, vielleicht werden die Menschen dann mal hellhörig und es entsteht ne öfentliche Diskussion die auf den Titelseiten erwähnt wird und nicht nur in nem Feuilleton.
Denn dann werden erfahrungsgemäß auch die Politiker wieder wach. Vielleicht führen sie so was ein wie nen „Mindestlohn“ oder so was.
Naja, ich weiß das ist vielleicht alles sehr utopisch und weltfremd.
Aber denken sie doch nur an die Bauern! So ne kleine gesellschaftlich Gruppe, die nichtmal 1 % des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet, und wie viel Macht sie doch im Verhältnis dazu haben. (Lassen wir mal die Schlappe um den Milchpreis unberücksichtigt)
Vielleicht müsste man sich mit anderen Autoren und Schriftstellern in ganz Europa verbünden!
Denken sie doch nur an die Möglichkeiten! Vor allem, wenn noch berühmte Autoren vorneweg marschieren würden!
Der Le Clezio z.B., mit seinem charmanten Grinsen!
Der würde sich auch im Fernsehen gut machen! Soll er mal was für seine Kollegen tun!
Die Franzosen sind doch auch sonst immer sofort dabei, wenn’s um „Stress machen“ und auf die Barrikaden steigen geht.
Ich meine, schaut euch mal an, wie „friedlich“ die demonstrieren!
Die franz. Bauern zünden Autoreifen an! Könnt ihr euch so was in Deutschland vorstellen?
Wohl kaum. Aber möglich wäre es dennoch. Vor allem, wenn noch die Italiener mit ihren Bengalischen Feuern dazukommen würden! Stellt euch mal vor: Vertreter aus allen europäischen Nationen gemeinsam und vereint auf dem „Marsch nach Brüssel“!
Zugegeben, man kann sich darüber streiten, ob das in Ordnung ist, aber es ist in jedem Fall medienwirksam! Sowas kommt nämlich auf die Titelseite der Bildzeitung!
Naja, das sind alles nur ein paar Ideen von mir. Ich weiß, dass die deutschen Autoren viel zu kultiviert sind für so was. Aber man sollte schon etwas mehr Phantasie haben und eine Vision, für die es sich lohnt einzutreten und zu kämpfen!
In diesem Sinne:
Hasta la proxima!
Haben sie die zeitung gelesen?
Erinnern sie sich noch, was ich in meinem Kommentar geschrieben habe?
Gestern wurde die Abgabe für den Agrardiesel gesenkt, nachdem 10 000 Bauern zur Siegessäule marschiert sind!!
Und in Brüssel gabs auch ne riesen demo von europ. Landwirten. Daraufhin kam die zuständige Komissarin auf die Veranstaltung und gab prompt bekannt, dass die EU-Beihilfen für die Landwirte schon früher als geplant ausgezahlt werden.
Was hab ich ihnen gesagt?
Es geht, wenn man nur gemeinsam etwas unternimmt!!!
Also bis morgen. Dann gibts den versprochenen comment zu ihrem neuen Artikel.
Ha´luego!