IN TERMS OF FREEDOM OF PRESS

Nach den eifrigen Gesetzen, die das Internet vor Kinderpornografie schützen sollen, wünscht sich Frau Zypries heute weitere Zensur und Kontrolle. Die Politik scheint endlose Gänge von Hintertürchen bereitzuhalten. Es wird Leistungsschutzrecht für Zeitungen gefordert, Zensur in Form von Abhängigkeit also. Denn der Geschütze wird dem Schützenden auch immer Schutzgeld zahlen müssen. Der Alptraum der Gegener dieses Gesetzesentwürfe kündigt sich an.Die Fragen, die sich stellen, liegen auf der Hand. Ein Interview wie dieses von C. Rice, das von einer Gruppe junger Studenten geführt wurde, fiele es der Zensur zum Opfer? Brauchen wir Subventionen für Zeitungen? Die Lage ist doch so, dass jede Pressekonferenz mit Politikern inzwischen zu einem Bauchgepinsel der Mächtigen verkommt.  Fragen, wie sie dieser Student an C. Rice stellt, wagt schon  lange kein Journalist mehr, dafür müssen wir ins Kino und den Guten Gärtner sehen, wo Rachel Weisz eine engagierte Journalisin mimt. Noch mehr Schutz für Zeitungen bedeutet auch: noch abhängigere Journalisten. Die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen ist die Aufgabe der vierten Gewalt, wenn diese versagt, wie steht es dann um unsere Demokratie?  „Do your homework!“ zischt C. Rice dem jungen Studen giftig ins Ohr.

Die etablierten Journalisten haben ihre Hausaufgaben gemacht, so gut, dass es viele Bürger nicht mehr interessiert. Sie lesen lieber im Internet, auf der hoffnungslosen Suche nach Authentischem, nach echtem Material, wie dieses Video es ist. Das kann man als Ende des Qualitätsjournlismus deuten oder eben als Sehnsucht der Leser nach Wahrheit. Denn in den Zeitungen wird sie so wie in diesem Interview nicht zu finden sein und wenn, dann erst, nachdem es bereits im Internet zu finden war. Mrs Rice meint den jungen Mann vorzuführen und führt dabei nichts als jene Züchtugung vor, die Politker mit Journalisten vornehmen. Unbedingt sehenswert.

Zusatz:

Der junge Student, der all diesen Tumult ausgelöst hat, denkt über sein Verhalten und die Folgen nach

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5 thoughts on “IN TERMS OF FREEDOM OF PRESS

  1. Ich glaube, ich habe das nicht so ganz verstanden, was Frau Marinic meint. Sie schrieb, dass sich Frau Zypries „mehr Zensur und Kontrolle“ der Medien bzw des Internets wünsche.

    „Die Politik scheint endlose Gänge von Hintertürchen bereitzuhalten. Es wird Leistungsschutzrecht für Zeitungen gefordert, Zensur in Form von Abhängigkeit also.“

    Naja, ich hab den Link gelesen. Ich hab das ein bisschen anders verstanden.

    Meines Erachtens hat die Justizministerin lediglich darauf hingewiesen, dass der Schutzumfang und das Schutzniveau des geistigen Eigentums der Verlage und Zeitungen im Internet nur unzureichend gewährleistet wird. Und dies wolle sie ändern.

    Es ist nämlich so, dass in der Tat einige Verfasser bzw. Darsteller von wissenschaftlichen oder künstlerischen Leistungen nicht den selben Schutz genießen, wie andere Verfasser.

    Ich gebe euch mal ein konkretes Beispiel: Wenn ich z.B. Schriftsteller, Regisseur eines Filmes oder eines Theaterstückes bin, werde ich vom Urheberrechtsgesetz erfasst. Dort steht dann drin, was für Möglichkeiten ich habe um gegen die Verletzung meiner Rechte, also z.B. die unberechtigte Vervielfältigung oder Nutzung, vorzugehen. Dieser Schutz ist ein bisschen besser bzw. konkreter ausgestaltet als im allgemeinen Zivilrecht.

    Wenn ich aber z.B. „nur“ ein Darsteller in einem Film, Theaterstück etc bin, werde ich nicht unbedingt vom Urheberrechtsgesetz erfasst, da ich keine „eigene schöpferische Leistung“ ausübe.
    D.h. ich bin nicht genauso gut geschützt wie die anderen. Um nur ein Bsp. zu nennen.

    So ähnlich ist es mit den Verlagen und Zeitungen. Für die Musikindustrie gibt es ausgereifte Schutzmechanismen und –instrumentarien. Für die Zeitungen ist der Schutz im Internet nicht ganz so gut.

    Und genau darum geht es. Von staatlicher Zensur ist da nirgends die Rede.
    Wenn „Leistungsschutzrechte“ für die Zeitungen gefordert werden, dann heißt das lediglich, dass die Zeitungen ihre eigenen Rechte besser schützen und durchsetzen können sollen. Denn ein Recht haben und ein Recht durchsetzen sind zwei verschiedene Dinge. Und die Durchsetzung soll eben durch neue bzw. zeitgemäßere Gesetze verbessert oder sichergestellt werden.
    Einige Gesetze sind nämlich zu einer Zeit verfasst worden, als die technologische Entwicklung noch nicht ganz so weit „überblickt“ werden konnte. Das alles so also „angepasst“ werden.

    Man darf sich das also nicht so vorstellen, dass es dann irgend eine Behörde gibt, die alles kontrolliert, was Zeitungen schreiben oder ob eine Zeitung ihre eigenen Rechte gegen einen unberechtigten Dritten durchsetzen darf oder nicht. Auch entstehen m.E. überhaupt keine „Abhängigkeiten“ zw. Staat und Zeitungswesen. Ganz im Gegenteil:

    Der Staat schafft bloß die gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie, wo, wann, und wie intensiv eine Zeitung gegen unberechtigte Dritte ihre eigenen Rechte im Internet vor dem Richter geltend machen kann. Die Zeitungen leiten demnach ihre Rechte nicht vom Staat ab. Der Staat definiert sie bloß genauer.
    Deswegen können gar keine Abhängigkeiten entstehen. Dass sie Rechte auch im Internet haben ist ganz klar. Nur pfeifen die Leute bzw. die Konkurrenz drauf, da häufig gerade wegen solcher bestehenden „Lücken“ nicht ganz klar ist, ob, wer und wie weit jemand im Internet geschützt ist.

    Es soll durch die Neuerungen eben bloß sichergestellt werden, dass die konkrete Durchsetzung schneller (weil dann sofort klar ist ob und wie weit jemand geschützt ist) und effektiver von statten geht. Dies schafft dann Rechtsklarheit und Rechtssicherheit.

    Die Politik hält also nicht, wie es Frau Marinic schreibt, „Hintertürchen bereit“, sondern sie schließt Hintertürchen für unberechtigte Dritte. Dies geschieht im Interesse der Zeitungen. Und dafür gibt es auch keine „Gegenleistung“.

    Somit muss der „Geschützte“ dem „Schützenden“ auch kein „Schutzgeld“ zahlen. Warum auch? Für ein Recht dass ihm der Staat grundsätzlich bereits anerkannt hat, geistiges Eigentum nämlich?

    Naja, jedenfalls hab ich die Zypries so verstanden. Sorry, will wirklich nicht einen auf Großkotz und Besserwisser machen. Vielleicht hat Frau Marinic aber einen Aspekt gemeint, den ich nicht gesehen bzw. bedacht habe.

    Aber vielleicht meinte Frau Marinic es so, dass Zeitungen keine Subventionen in irgend einer Art und Weise bekommen sollten. Diese Frage stellte sie ja auch in diesem Zusammenhang.

    Ich glaube jedoch, dass dies eine andere Frage ist, die mit diesem Thema (Zypries, Leistungsschutzrechte) nicht vermischt werden sollte.
    Oder gibt es da vielleicht doch irgend einen Zusammenhang den ich nicht gesehen habe?

    Lasst uns diskutieren. 🙂 Wäre cool, wenn auch ein anderer Leser mal ein paar Sätze hierzu schreiben würde.

    Aber selbstverständlich hat Frau Marinic Recht, wenn sie sagt, dass Subventionen in irgend einer Art und Weise sehr „gefährlich“ für die vierte Gewalt und damit auch für unsere Demokratie wären.

    Auch finde ich es schön, wie Frau Marinic sofort aufschreit, wenn die Demokratie in Gefahr ist. Denn sie hat durchaus Recht. Man sollte häufig ein bisschen genauer hinsehen, was uns die Politiker da vorsetzen. Ich wünschte, dass mehr Leute so wären und das Maul aufreißen würden. Was passiert denn schon Schlimmes, wenn man mal einen solchen Gesetzentwurf öffentlich hinterfragt? Kommt man dann in den Kerker wie in China?

    Auch gefiel mir ihre Bemerkung, dass Pressekonferenzen zu „Bauchgepinsel der Mächtigen verkommen“. Leider muss ich zugeben, dass ich da nicht mitreden kann. Man sieht in den Nachrichten ja eigentlich immer nur einen winzigen Ausschnitt aus einer Pressekonferenz.

    Dennoch glaube ich ihr, wenn sie sagt, dass heikle Fragen (jedenfalls bei solchen Pressekonferenzen) schon lange kein Journalist mehr stellt.

    Daher müssen Sie sie eben stellen, Frau Marinic!
    Stellen sie sich dumm und fragen sie die Herren mit den schönen Krawatten einfach mal, „wo steht das“ oder „woher wissen sie das“ oder „was heißt das konkret“. Sie werden sehen, wie Sie sie aus dem Konzept bringen werden. Sie wissen ja, „dumme Fragen gibt’s nicht, …..“.

    Ich meine, DIE müssen ihr Handeln ja rechtfertigen! Sie nicht! Bohren sie ruhig mal nach! Manchmal trifft man als Journalist dann genau ins Schwarze.
    (Aber was rede ich, ich glaube, dass tun sie ohnehin :))

    Denken sie doch nur daran, wie man manchmal als Journalist die ganze Welt verändern kann, Frau Marinic! Warum sollten sie das nicht auch können!

    Erinnern sie sich doch nur an die berühmte Pressekonferenz im November 1989 in Berlin! Als Günther Grabowski (Mitgl. des SED-Politbüros) ganz stolz das neue Reformgesetz der DDR bzgl. der neuen Ein- und Ausreisebestimmungen vorstellte. Grabowski laberte und laberte. Alle Journalisten schwiegen und schrieben schön brav mit. Bis ein italienischer Journalist die entscheidende Frage stellte: „Ab wann sollen denn diese Bestimmungen gelten?“
    Grabowski, die Pfeife, hatte (Gott sei Dank) keinen blassen Schimmer. Er blätterte nervös in seinen Unterlagen und sagte dann: „Soweit ich das sehe….gilt es unverzüglich.“.

    Dieses „unverzüglich“, (was natürlich, wie wir heute wissen, eigentlich nicht der Fall war, sondern es sollte erst im Lauf der nächsten Tagen und Wochen poco a poco und durch die DDR-Behörden kontrolliert und umgesetzt werden) hatte den Sturz der Mauer ohne eines einzigen Schusses zur Folge!

    Der CIA und der BND hatten keine Ahnung, dass sich von heut auf morgen das Ende der Teilung D´s und Europas abzeichnete. Und wie viele Milliarden steckte man in den Haushalt derartiger Geheimdienste?
    Eine simple Frage, Frau Marinic, zur rechten Zeit am rechten Ort kann also die Welt verändern!
    Denken sie immer daran!

    Oder denken sie an die Recherchen der beiden Journalisten der Washington Post, die den Watergate-Skandal aufdeckten! (Keine Ahnung wie die hießen. Ich nenn sie einfach mal Dustin Hoffmann und Robert Redford :))

    Lassen sie sich daher von Politikern bitte nicht auch „züchtigen“, Frau Marinic.
    Aber ich glaube, das schafft sowieso niemand. 🙂
    Sie scheinen mir kein Mensch zu sein, der sich gerne vorschreiben lässt, was er zu glauben, sagen, denken oder fühlen hat. Und das ist die beste Voraussetzung für einen guten Journalisten. Machen sie also weiter so.

    Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn die anderen Journalisten keine „cojones“ haben und zu feige sind etwas gescheites zu fragen. Denn dann können Sie sich besser profilieren. Sie fallen dann eher auf.
    Machen sie sich das zunutzen!

    Sie wissen ja: Dann kriegen sie die begehrten Preise von denen ich das letzte Mal geschrieben habe. 🙂

    In diesem Sinne:

    Ha´ luego!

  2. Lieber Viva Espana,
    ich wollte an dieser Stelle mal Danke sagen für Ihre lebendigen Beiträge, Ermutigungen, Einsprüche und Ideen… auch für Ihre Zeit, das alles dann tatsächlich niederzuschreiben… Ich lese das alles sehr gern. Herzlich, JM

  3. @ viva espana: Eins noch, die Idee mit der Zensur entspringt ja nicht meinem dauerkritischen Köpfchen, das ich vielleicht gerne hätte, doch ich bin, genau genommen, oft zu gutgläubig und blind und mit anderen Dingen beschäftigt und so und fand ich auch die Idee von Kinderpornos zensieren sehr gut… jene, die aufgebract waren, hielt ich für panikmacher, doch wenig später schon sehe ich ihre panik begründet … und dann heisst es tatsächlich wenig später: wir müssen über weitere zensur nachdenken… Zum Thema Urheberrechte/verwertungsrechte: schauspieler usw. bekommen ohnehin gehälter in anderen dimension und jeder weiterkverkauf einer serie/werbung, in der sie mitspielen, beteiligt sie in einer dimension, die kaum ein schreiber-urherberrecht hierzulande je ermöglichen könnte… die felder, die ich auf dem blog anschneide, sind oft zu komplex, als dass ich ihnen gerecht werden könnte, da ich mich vor allem als autorin verstehe, die sich manchmal in den journalismus begibt, manchmal ins bloggen… meist fehlt mir die zeit allem auf dem Grund zu gehen, ich versuche hier nur Idee zu bündeln, Themen zur Diskussion zu stellen, Aufmerksamkeit auf bestimmte Dinge zu richten darauf zu richten… Hier noch ein Link zur „Zensur“ , falls Sie Lust haben auf weitere Gedanken von Menschen, die darüber sicher viel mehr Informationen haben als ich
    http://www.taz.de/1/leben/internet/artikel/1/jetzt-wird-zurueckzensiert/

  4. Hi Frau Marinic.

    Danke für den empfohlenen Link!

    Ich wollte noch etwas sagen:

    Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich möchte nicht, dass sie denken, ich würde sie hier mit Gegenargumenten „fertig machen“ wollen oder sowas. Ich weiß, dass sie bestimmt viel besseres zu tu haben, als ewig im Internet zu recherchieren. Und ich weiß, dass die Themen sehr komplex sind.

    Wenn ich ihre Artikel kommentiere, will ich sie wirklich nicht verletzen oder so.
    Hoffentlich haben sie nicht diesen Eindruck.
    Ich versuche nur Gegenansichten darzustellen und objektiv auf ihre Argumente einzugehen.

    Ich dachte mir nur: Ich schaue doch sowieso jeden zweiten oder dritten Tag bei Ihnen rein um zu sehen, was sie heute wieder Interessantes schreiben.

    Ich mag ihren Blog, weil sie sehr viele unterschiedliche Themenbereiche ansprechen. Das gefällt mir, weil ich mich auch ungern nur auf ein Gebiet festlege und am liebsten was wissen will zu allen Themen.

    Ich verstehe z.B. nicht viel vom Theater, obwohl ich ein paar Stücke gesehen habe. Dann steht bei ihnen irgend etwas dazu. Oder sie sprechen ein aktuelles Thema an (Winnenden), oder sie erzählen einfach nur über nen neuen Kinofilm, den sie gesehen haben.

    Und ich denke mir dann immer: Die gibt sich soviel Mühe und keiner der 19 000 Leser schreibt was dazu. Ich meine, es müssen ja keine Romane sein, wie bei mir. Ich bin schon extrem, dass geb ich zu. Aber 3 Sätze täten es auch (hey, seh ich genauso. Nein find ich scheiße, oder: Ja genau, mach weiter so).
    Man muss doch irgendwas sagen, „aufstehen“, „dagegenhalten“, verneinen, „ermutigen“, „bestätigen“, irgendwas machen…..

    Naja,…………..

    Es ist nur so,……………

    Ehrlichgesagt komme ich mir manchmal bisschen doof vor, weil außer mir niemand der anderen Leser etwas schreibt in diesem Blog. Naja, ich bin neu in diesem Blog.
    Ich dachte, ein Blog diene dem Austausch von Meinungen, unterschiedlichen Positionen, um seine eigene Ansicht vielleicht neu überdenken zu können usw. Um zu diskutieren eben. also lasst uns diskutieren.

    Ich finde es ein bisschen „schmarotzerhaft“ gar nichts zu sagen. Ich meine, man muss doch irgend etwas „zurückgeben“ von dem was sie „uns Lesern“ geben. Irgendein feed-back. Und jeder hat doch ne Meinung.

    Sie haben bestimmt auch nur sehr wenig Zeit. Schriftsteller zu sein ist ein sehr harter Beruf. Kein leichtes Brot. Man arbeitet und recherchiert viel für sein Buch, macht sich viele Gedanken, schlägt sich schlaflose Nächte um die Ohren usw, und man kriegt kein geregeltes Einkommen. Und IHR Arbeitstag endet nicht um 16 Uhr. Und dennoch stellen sie da unendliche Megabytes ins Netz. Das schlimmste ist jedoch, glaube ich, dass man keine Anerkennung und keinen Respekt von seinen Mitmenschen bekommt. Vor allem bei uns Ausländern wirkt das immer sehr seltsam auf unsere Leute.
    Als ich für kurze Zeit nach Spanien ging, um dort zu arbeiten, fragten mich meine Tante und mein Großvater, wie viel ich denn dort verdienen würde. Ich sagte, weniger als in Deutschland, woraufhin sie mich für verrückt erklärten (aber warum gehst du denn dann überhaupt dahin? Und was willst du denn dort?).

    Was hätte ich ihnen denn antworten sollen, Frau Marinic? Sie wissen doch wie das bei der Generation von unseren Eltern ist. Sie kamen hauptsächlich des Geldes und der Arbeit wegen in dieses Land. Dieser eine Satz hat mir weh getan. Ich wusste nicht was ich ihnen sagen sollte. Also schwieg ich und ging trotzdem. Sie hätten es doch sowieso nicht verstanden!

    Hätte ich ihnen etwa die Wahrheit sagen sollen? Dass ich ein Drittel meines Lebens in Bibliotheken verbracht habe und endlich mal „raus“ wollte. Mir ein bissle die Welt anschauen wollte. Endlich mal die vielen Sprachen, die ich gelernt habe, anwenden wollte. Dass ich auch mal an mich denken wollte, was für mich tun wollte, auch mal egoistisch sein wollte. So wie meine deutschen Freunde? Die viel schlechter in der Schule und im Studium waren als ich und „erst mal ne Weltreise“ gemacht oder ne „Auszeit“ genommen haben, oder die während des Studiums ins Ausland gingen. Ich hingegen war immer „schön brav“, hab nie rebelliert. Immer schön an die Familie denken! Wir können es uns nicht leisten, dachte ich mir immer. Schließlich hatte ich auch noch andere Geschwister, die meine Eltern auch noch unterstützen mussten.

    Daher habe ich vor ihrem Beruf großen Respekt. Denn ich war nicht so mutig wie sie. Ich habe jahrelang überlegt, ob ich eine Doktorarbeit schreiben soll oder nicht. Habs dann aber doch gelassen, weil man das bei uns nicht bezahlt bekommt. Und ich hatte keinen Bock mehr auf kein Geld haben für nen warmes Essen, nur Sandwichs essen, zu Fuß laufen anstatt ne Monatskarte zu kaufen usw..

    Naja, egal……..

    Jedenfalls möchte ich sie nicht von der Arbeit abhalten. Sie schreiben bestimmt wieder an einem tollen, neuen Buch. Bestimmt wird es noch besser als das alte. Bestimmt mit noch mehr Herz ….J

    Ach, zu der Kinderpornographie wollt ich noch was sagen:

    Ich dachte vor 10 Jahren genauso wie sie früher. Hielt es für ein „Randproblem“, „Panikmache“, für zu überzogen usw…
    Nachdem ich allerdings leider auch schon des öfteren beruflichen Kontakt mit solchen Perversen hatte bzw. solche Fälle zu bearbeiten hatte, sehe ich das ganz anders.

    Früher dachte ich, das seien nur irgendwelche vereinzelten Spinner. Sowas gebe es nur in New York, L.A., oder in anderen Megacities.
    Nein, sie wohnen ums Eck in Rothenburg, Rommelsbach, Unterrixingen, im Schönaich und in „Hintertupfingen“. Direkt unter uns. Und es gibt mehr als man denkt.

    Ich habe auch ehrenamtlich in einer Organisation gearbeitet, die sich mit Opfern von Straftaten befasste. Insbesondere mit Frauen und Kindern.

    Es gibt nichts Schlimmeres, als in die Augen einer vergewaltigten Frau oder eines Jungen zu sehen. Sie haben diesen Blick. Diese Gleichgültigkeit……, diese Leere…..Die Augen sind in der Tat das Tor zur Seele. Und die Augen lügen nicht.
    Wenn man ihnen alles genommen hat was sie haben……ihre Würde….., ihren Stolz, ihre Ehre…., ihr normales Leben, ……ihre glückliche Kindheit…..
    Und nichts zurückbleibt was ihnen Freude bereiten könnte. Nichts außer Verzweiflung, Trauer, Hass und Zorn, den sie jedoch nicht artikulieren können, nicht aussprechen können,……

    Daher mochte ich auch den Satz in ihrem Buch die Namenlose (ich weiß nicht mehr genau wo es stand und den genauen Wortlaut. Hab ihr Buch grad nicht da. Aber ich weiß, ich habe es angestrichen): „Manchmal lähmt einen der Ekel bis zur Sprachlosigkeit.“

    Als ich in Madrid gearbeitet habe, hat unsere Kanzlei eine eMail von einer Frau bekommen, die als Kind von ihrem Vater jahrelang missbraucht wurde. Erst nach 10, 12 Jahren brachte sie es fertig darüber zu reden. Die eMail war sehr lang. Sie schrieb alles sehr detailliert auf. Ich muss zugeben, dass mir allein vom lesen die Tränen kamen. Kennen sie das?
    Das Schlimmste war für sie, dass sie es ihrer Mutter nicht sagen konnte bzw. wollte. Sie schrieb, sie wollte nicht, dass ihre Mutter auf ihren Vater böse ist, und dass sie sich dann wegen ihr scheiden lassen. Das sagen übrigens sehr viele Kinder. Sie haben häufig Schuldgefühle…..

    Oh, sorry. Jetzt schreib ich wieder einen Roman.
    Ich quatsch sie wieder zu. Und sie müssen bestimmt arbeiten.

    Naja, ich laber ein bisschen viel. Ich weiß……
    Das liegt aber daran, dass ich sehr viel nachdenke. Für meinen Geschmack zuviel. Aber ich kann es nicht einstellen…. Außerdem hab ich immer so „springende Gedanken“. Kaum hab ich ein Thema angesprochen, fällt mir währenddessen sofort wieder ein neues Thema ein. Daher schweife ich häufig ab. Also, das müssen sie mir entschuldigen, wenn mir das in meinen Kommentaren passiert.

    Also, aber ich beende endlich diesen Kommentar.

    Übrigens sehe ich gerade, dass sie wieder was neues geschrieben haben. Ich schaus mir heut Abend, wenn ich Zeit hab durch.

    Liebe Grüße!

    Hasta luego!

  5. @ viva espana: ich hab das nie als herummäklen verstanden, ich hab ihnen ja auch gesagt, dass ich es gut find, ich lese es gern und ich fände es auch schön, wenn noch mehr menschen was ergänzen würden, dazu ist ein blog ja da, so bekommt man dann viele meinungen und verschiedene perspektiven auf ein thema… es ist aber auch schön, wenn die Leute nur lesen… Man denkt nie zu viel, ich hab spass am denken und spass an sprüngen, das ist für andere nicht immer leicht, aber auch nicht langweilig 🙂 Die Namenlose ist genau für jene Menschen geschrieben, die sie beschreiben, ich stelle es ende des monats in Zagreb, es wird aufregend sein, dieses BUch dort an die Menschen zu bringen, ihre Reaktionen abzuwarten, etc… Jedenfalls: Ich freue mich über ihre Beiträge, auch wenn ich nicht immer antworte, generell mische ich mich nicht groß ein in die KOmmentare, das tun die meisten blogger, vielleicht antwortet deshalb niemand 🙂 Danke für Ihre Zeit und Zeilen jedenfalls, ich freue mich und andere Leser sicher auch… Mein bruder, zum Beispiel, der den ganzen Tag zuhause mit hartz IV auf meinen Blog klickt 🙂

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