Die Deutsche Telekom bespitzelt Kroatien

Leider hab ich kaum Zeit,  doch diese Neuigkeiten sind der Wahnsinn. Welches Recht ist nun dafür zuständige?

Bis zum Intimleben der Menschen, alles ausgezogen, aufgeschrieben, protokolliert… Es zählt, wer mit wem ins Bett geht, wenn man in die Chefetage will…

Hier der Link zum Artikel

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4 thoughts on “Die Deutsche Telekom bespitzelt Kroatien

  1. Hallo!

    Ich hab grad auch weniger Zeit aber ich werd bald nen sehr, sehr, sehr ausführlichen Kommentar dazu schreiben!
    Hat mich ehrlichgesagt nicht gewundert…..

    Aber mal was anderes:

    Frau Marinic hat mittlerweile die 20 000 Hits vollgemacht, bzw. ihr kleiner Bruder 🙂 🙂
    Und keiner hats gemerkt.

    Das müssten wir eigentlich feiern!

    Ich bin dafür, dass sie, wenn sie mehr Zeit hat, sowas wie nen „Jubiläums-Artikel“ schreibt.
    Keine Ahnung worüber. Vielleicht sowas wie nen Rückblick oder sowas.
    Wenn ihr der gleichen Auffassung seit, schreibt doch was dazu! Wie fändet ihr das?

    In diesem Sinne:

    „For he’s a jooooolly good feeeellow.
    For he’s a joooolly good feeeellow.
    For he’s a jooooolly good feeeehellooooow! ( hohes C!)
    Which nobody can deny.
    Which nobody can deny.
    Which nobody can deny.
    For he’s a jolly good fellow.
    Which nobody can deny. “ ( 🙂 🙂 )

    yeah!!

  2. 1) Zunächst ist zu sagen, dass jemand, der jemand anderen ohne dessen Zustimmung am Telefon abhört, unberechtigt dessen private Emails liest, oder sich sonstige private und intime Informationen ohne Zustimmung beschafft, das allgemeine Persönlichkeitsrecht und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung des Betroffenen verletzt. (Das gilt in ganz Europa).

    Man kann dann entweder Schadensersatz bzw. Schmerzensgeld verlangen oder auf Unterlassung bzw. Widerruf falscher Behauptungen klagen.

    Anders ist es hingegen, wenn man freiwillig seine persönlichen Daten in ein Internetforum stellt, dass grundsätzlich für jeden einsehbar ist. Denn dann hat man ja konkludent seine Zustimmung erteilt.

    M.E. Schiesst die Telekom jedoch über das Ziel hinaus. Wenn sogar Daten des BND herangezogen werden. Ich frage mich woher der BND diese Daten hat.

    Die betroffene kroatische Managerin könnte folglich in Kroatien gegen die Telekom juristisch vorgehen. Denn das allgemeine Persönlichkeitsrecht wird auch im kroatischen Recht geschützt.

    2) Ich möchte nun auch meine eigenen Meinung dazu sagen:

    Ich finde es mal wieder typisch für die Deutschen, was die Telekom da behauptet (es gebe viele korrupte Gestalten in Ost- und Südosteuropa und man müsse halt wissen mit wem man es zu tun habe. Es gelte „einen Sumpf von Korruption und Bestechung auszutrocknen.“Daher sei eine Bespitzelung geboten gewesen).
    So ein Bullshit!

    O.K., ja , es gibt Korruption in Ost- und Südosteuropa. Aber die gibt es überall. Nur denken viele Deutsche immer noch, in der BRD sei das nicht soooo ausgeprägt wie in anderen Staaten.
    Ich frage mich nur, woher diese Leute diese Ansichten haben.

    Man braucht doch nur mal die deutschen Zeitungen aufzuschlagen. Da wimmelt es nur von Korruptionsskandalen, Bestechungen, Sexreisen nach Rio für Betriebsratsmitglieder bei VW, Siemens (musste übrigens die höchste Strafe in der Geschichte zahlen für die ganzen Bestechungen), Bespitzelungen bei der Deutschen Bahn (insbesondere von Journalisten (!!!) ) oder auch bei der Telekom.
    Dann hätten wir noch die schwarzen Kassen der CDU aus den 90-er Jahren usw. usw.

    Auch gegen die Daimler AG wurden in den letzten Jahren Prozesse in Lateinamerika und Afrika wegen unlauterer Geschäftsmethoden (Bestechung um an Aufträge zu kommen) geführt.

    Diese wurden jedoch aus irgendwelchen Gründen schnell eingestellt.(man weiß nicht so genau weswegen). Die ermittelnden Behörden haben wohl „nichts gefunden“.
    Ich will nichts unterstellen, aber ich vermute, dass die von jemandem ganz oben einen Anruf bekommen haben.
    Warum sollte Daimler anders Geschäfte machen als Siemens? Nur war Siemens so doof und hat diese Methoden in Europa „ausprobiert“. In Lateinamerika gibt es viel geringere Kontroll- und Regulierungsbehörden und –mittel um gegen derartige Unternehmenspraktiken vorgehen zu können als in europäischen Staaten.

    Oder nehmen wir mal das größte Speditionsunternehmen Europas aus Reutlingen (Willi Betz). Wurde verurteilt wegen Steuerhinterziehung/keine Sozialabgaben für die Fahrer abgeleistet/Betrug/ Bestechung von Behörden um an Genehmigungen und Aufträge zu kommen usw.

    Oder nehmen wir mal die Herren Ackermann/Esser/Zumwinkel.
    Oder Flow-tex aus Karlsruhe (2 Milliarden Euro Schaden durch Scheingeschäfte)

    Überhaupt scheint Steuerhinterziehung in der BRD für viele deutsche Unternehmer ein Kavaliersdelikt zu sein.

    Aber ich frage euch:
    Was ist schlimmer? Wo ist der soziale Schaden höher?
    Wenn ein Pole beim Aldi eine Tafel Schokolade und paar Zigaretten mitgehen lässt, oder wenn Herr Zumwinkel ein paar Milliönchen am deutschen Fiskus (also an uns allen) vorbei transferiert.

    Beim Polen würden viele Deutsche sagen, „ja, die Polen mal wieder“. Und beim Zumwinkel?
    O.K. es gab viel Entrüstung danach. Aber das wars dann auch schon.

    Ich gebe euch mal noch ein anderes Beispiel, dass es vielleicht ein wenig besser trifft:
    Ihr erinnert euch doch alle sicherlich noch an den großen Wettskandal in der Bundesliga (Fall Hoyzer, schreibt der sich so? egal)

    Naja, jedenfalls titelte die Bildzeitung am Tag danach: Kroatische Mafia blablabla (ich weiß nicht mehr genau, aber auf jedenfall hieß es, die „kroatische Mafia“ würde die Bundesliga beherrschen usw).

    So ein Quatsch! Es waren zwei Brüder aus Berlin, die einen Schiedsrichter als Gehilfen benutzten um ihre Wetten in die eine oder andere Richtung zu „lenken“.

    Es waren genau zwei Kroaten, nicht mehr und nicht weniger. Dies reicht nach deutschem Strafrecht noch nicht einmal aus um den Begriff der „Bande“ im strafrechtlichen Sinne zu erfüllen. Denn um eine „Bande“ zu gründen braucht man mindestens 3 Personen. Der Schiri Hoyzer war jedoch nur Gehilfe und kein Bandenmitglied im strafrechtlichen Sinne. Das hat auch das Gericht so festgestellt.

    Warum die deutsche Tagespresse (nicht nur die Bildzeitung) dennoch von einer „Mafia“ sprach ist mir unbegreiflich.

    Wenn man von „Mafia“ spricht, dann meint man damit, dass eine hierarchisch strukturierte kriminelle Organisation dahintersteckt.
    Bei zwei Kroaten und einem deutschen Gehilfen sehe ich die jedoch nicht!

    Seltsamerweise spricht keine deutsche Zeitung beim Siemens- oder VW-Skandal von „mafiösen Strukturen“ oder gar der „ deutschen Mafia“, obwohl da unheimlich viele Leute aus den Führungsebenen involviert gewesen sind. Und die bekamen hübsche Brasilianerinnen und nen Flug nach Rio, anstatt wie der Hoyzer einen Plasmafernseher.

    Warum ist das so? Warum wird in den Medien bei solchen Ereignissen so differenziert in der Darstellung?

    Jaaa, klar. Die Kroaten müssen ja so sein! Die sind ja alle solche Schlawiner! Und das wissen die Deutschen nicht erst seit Davor Suker (grins) ( 3:0 !!! yeah!….. Sorry, das musste jetzt sein 🙂 ).

    Die Polen stehlen. Die Rumänen betrügen. Die Russen sind ständig betrunken. Die Türken sind Kanaken. Die Kroaten sind ein „kriegerisches und aggressives Volk“…….. (wie oft hab ich das schon von meinen Lehrern gehört)

    Und die Deutschen…?
    Nein, diiiie betrügen nicht, die hinterziehen bloß Steuern.
    Die sind nicht aggressiv, sie haben bloß zwei Weltkriege angezettelt und Auschwitz erfunden.
    (Sorry, ich gebe zu, das war jetzt unter der Gürtellinie! Das tut mir leid. Das nehme ich zurück.)

    Ich finde es einfach manchmal nur so unfair. Die Deutschen zeigen m.E. gerne mit dem Finger auf „den Putin“, „die undemokratischen Russen“ (Tschetschenien etc), „die Chinesen“ (Menschenrechte, Tibet), „die Türken“ usw. …..und vergessen dabei, dass auch in D manchmal Dinge passieren, die jenseits des rechtlich Erlaubten stehen.

    Ich will nur mal auf den Fall Masri (oder hieß er Al-Masri?) hinweisen. Ihr wisst schon, der deutsche Staatsangehörige, der (mit deutscher Hilfe!) von der CIA in den Irak und Afghanistan verschleppt wurde um dort gefoltert zu werden. Anscheinend waren bei den Verhören auch deutsche BND-Agenten vor Ort. Da war kein Richter weit und breit.
    Wo war da „die Würde des Menschen ist unantastbar“?

    Oder denkt doch nur an den Fall Daschner. Na ihr wisst schon, der Typ, dem die dt, Polizei mit Folter gedroht hat, wenn er nicht preisgibt, wo er den entführten Millionärs- Sohn versteckt hat.

    Oder nehmen wir auch mal die Sache mit der Liechtensten-DVD. Na ihr wisst schon, der BND bezahlte einem Informanten ein „bisschen“ Geld, damit dieser geheime Bankdaten von Steuersündern (wohl gemerkt illegal) an die Deutschen überreicht.

    Wenn das zwei Ausländer in der BRD machen würden, kämen sie in den Knast wegen Hehlerei. Aber wenn das der deutsche Staat macht ist das natürlich gerechtfertigt.

    Nein! Korruption, Bestechung und Verbrechen gibt es überall.
    In Deutschland ist es nur so, dass 80 % der Körperverletzungsdelikte und Gewaltverbrechen in der Tat von Ausländern begangen werden. Das ist Tatsache.

    All diese Delikte sind sehr evident und leicht zu beweisen.
    Dimitrji haut dem Can eins in die Fresse. Die Nase ist gebrochen. Das ist dann ganz leicht zu beweisen.

    Ganz anders ist es bei der Wirtschaftskriminalität. Da kriegt der Richter erst mal 30 Leitz-Aktenordner (u.U. mit nem Unterabschnitt C, ihr wisst schon, dem mit den Kopien von Jagoooda Marinik 🙂 ) und dann muss er ganz genau prüfen, wer wie wo was an wen überwiesen hat usw…
    Hier ist es viel schwerer, jemandem eine Untreue oder einen Betrug oder ne Steuerhinterziehung nachzuweisen.

    Demnach gibt es in der BRD auch sehr viele Straftaten, die von Deutschen begangen werden. Es sind jedoch lediglich andere Arten von Straftaten. In der Regel eben Betrug, Urkundenfälschungen, Untreue, Steuerhinterziehung usw…

    Und diese Arten von Straftaten bekommt der normale Bürger nicht so einfach mit, es sei denn der Angeklagte ist ne berühmte Persönlichkeit und es steht in jeder Zeitung.
    Es spielt sich eben alles auf einer anderen Ebene ab. Einer Ebene, die man nicht auf der Strasse und in der Öffentlichkeit sehen kann.

    In dem Viertel in dem ich groß geworden bin, wusste jeder von wem man Drogen oder Waffen bekommen kann. Man sah es ja auch ab und zu auf der Strasse. Man sah auch Prügeleien und Blut und manchmal auch die ausgeschlagenen Zähne die noch rumlagen. Man wusste was abgeht.
    Und dann hieß es immer (ja, die Ausländer wiedermal, die prügeln sich ständig… usw..).

    Die Straftaten der Deutschen sah bzw. sieht man hingegen nicht, weil sie „ausgeklügelter“ waren. Scheckkartenbetrug, Internet-Fishing (Bankdaten) usw…

    Selbst Vetternwirtsch gibt es in der BRD noch zu hauf.
    Bei uns in Baden-Württemberg wurde letztes Jahr der beste Finanzminister aller Zeiten (Strathaus) vom Ministerpräsidenten Öttinger „abgeschossen“. Er wurde ausgewechselt damit der Ötti seinen alten Spezi und Wegbegleiter Willi Stechele als neuen Finanzminister einsetzen konnte. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern die vieler Experten.

    Noch ein weiteres Beispiel gefällig?
    Eine gute Freundin von mir sitzt in der Stadtverwaltung der Stadt Karlsruhe. Sie arbeitet da schon seit etlichen Jahren. Sie erzählte mir, wie jedes Mal, wenn eine Stelle in der Stadtverwaltung frei wird, irgendein Vertreter der großen Parteien bei ihr anruft und Druck ausübt, sie möge doch diese oder jene Person „bevorzugt berücksichtigen“, weil sie eben in der CDU oder SPD ist.
    Das lustige war nur, dass dies vor ein paar Monaten selbst bei einer Sekretärinnenstelle der Fall war.

    Damit will ich nur sagen: All diese Erscheinungen (Korruption, Vetternwirtschaft, Verbrechen usw.) gibt es auch in Deutschland. Ihr werdet jetzt bestimmt sagen, „das wissen wir doch schon“.
    Dann frage ich mich, warum die Telekom diese Kroatin (und andere in osteuropäischen Tochterunternehmen) bespitzelt hat, eben um „zu wissen mit wem man es zu tun hat“.

    Ich glaube, dass es, wie schon gesagt, überall Korruption gibt. Nur fällt es in anderen ärmeren Ländern eher auf als in den wohlhabenden Industrienationen.

    Wenn in der BRD der XY auf einmal mit der neuen E-Klasse oder S-Klasse vorfährt, dann fällt das doch niemandem auf.
    Wenn in Kroatien jemand mit einem teuren Wagen vorfährt, oder auf einmal nen Plasmafernseher hat, kriegt das doch sofort das ganze Dorf mit.

    Hinzu kommt noch ein entscheidender Mentalitätsunterschied:
    Ein Deutscher würde nie öffentlich rumposaunen, dass er ne Connection mit dem Bürgermeister hat, dass jemand „wichtiges“ ihm einen „Gefallen“ getan hat, er per du ist mit Hinz und Kunz….

    In Kroatien plaudert man so etwas schon gerne auch mal im Dorfcafe aus. Einfach um zu zeigen, dass man cool bzw. wichtig, mächtig ist usw…
    Natürlich kann das häufig auch bloß dummes Geprahle und Wichtigtuerei sein. Aber oft steckt da auch ein Fünkchen Wahrheit dahinter.

    O.K. diesbezüglich bin ich nun fertig.

    3) Zuguterletzt muss ich Frau Marinic noch etwas kritisieren für ihren Satz („Es zählt, wer mit wem ins Bett geht, wenn man in die Chefetage will…“).

    Ich teile die Auffassung von Frau Marinic nicht!

    Jaaa klar, jede Frau, die karrieretechnisch irgend etwas erreicht hat im Leben muss ja zwangsläufig zehntausend Schwänze gelutscht und eine Million Mal die Beine gespreizt haben!
    Wie könnte es auch anders sein!

    Vielleicht, Frau Marinic, ist es aber auch so, dass diese Managerin 6 Sprachen spricht und zwei Diplome vorzuweisen hat. Vielleicht war sie einfach nur besser als ihre männliche Kollegen.
    Es steht in dem Artikel ja nicht, dass sie mit ihren Chefs geschlafen hat, sondern nur, dass sie privat ein sehr ausschweifendes Sexualleben führt, was der Telekom zufällig zu Ohren gekommen ist.

    Und wenn schon, was geht uns das an? Solange sie ihre Arbeit gut erledigt, ist es mir scheiß egal mit wie vielen Männern sie geschlafen hat.
    Ist es etwa ein Verbrechen, wenn eine Frau (privat) auch Mal bock auf viel Sex hat, oder mit zwei Männern gleichzeitig, oder mit Frauen usw.?

    Glauben sie denn wirklich, Frau Marinic, die männlichen Kollegen dieser Managerin (egal ob in D oder sonstwo) tun das nicht auch so?
    Bloß bei denen ist das dann eben normal, bzw. nicht sooo schlimm.

    Und wenn man dann als Frau zufällig nicht ganz hässlich ist, und sich schön anzuziehen weiß, schön schminkt usw. kommen schnell von allen Seiten dumme Bemerkungen und Anspielungen.

    Ich erinnere mich an die Diskussion um den Lewinsky-Skandal, da sagte ein französischer Journalist im deutschen Fernsehen, ein franz. Politiker würde von den Wählern erst gar nicht gewählt werden, wenn er nicht mindestens 4 Frauen gleichzeitig befriedigen könnte. Das sei in F eben ein echter Kerl.

    Jaaa, mag schon sein, vielleicht steht diese Managerin eben auf reifere Männer und macht es privat häufig und mit jedem. Und jeder kriegt es mit. Und dann?

    Ich bin auch schuldig!! Ich gebe es auch zu! Ich steh auch auf reifere Frauen. Frauen zw. 30 und 45 sind m.E. die besten Frauen. Was will man mit einer unerfahrenen 20-Jährigen? Diese jungen Dinger, die keine Ahnung von der Welt haben und dir so blöde Fragen stellen wie etwa, „naaa, auf was für Parties gehst duuu sooo?“

    Ja, und ich gebe es auch zu. Ich stehe auch auf schmutzigen Sex.
    So what? Bin ich jetzt ein „Lustmolch“ oder „Perverser“?
    Was glauben sie, wie viele Männer die gleichen Phantasien haben. Und nicht wenige Manager leben sie auch aus. VW lässt grüßen!

    Und die Männer, die behaupten es wäre nicht so, lügen alle!

    Ich kenne persönlich einige Frauen, die sehr viel erreicht haben im Leben. Und dennoch sind sie alle nicht hundertprozentig glücklich.
    Wissen sie eigentlich, Frau Marinic, wie schwer es ist als Frau in den Führungsebenen etwas zu erreichen?

    Sie müssen ständig 150 % besser sein als ihre männlichen Kollegen. Sich ständig beweisen. Permanent werden sie „begutachtet“. Machen sie einen Fehler, wird er ihnen eher angekreidet als ihrem männlichen Kollegen, weil man mehr auf sie achtet.
    Immer und überall müssen sie ihre Ellenbogen einsetzen. Sich durchbeißen, durchsetzen, kämpfen.
    Für Anerkennung ist da nur wenig Platz. Lob gibt es nur, wenn sie härter und länger arbeiten
    als der Rest des Teams (und solange sie keine Kinder kriegen)!

    Die Freundinnen und Bekannten von denen ich sprach, beklagen häufig, immer „Mann sein“ bzw. „Mann spielen“ zu müssen. Eine sagte mir mal, sie würde auch mal gerne wieder „Frau sein“ wollen, weniger rücksichtslos und angreiferisch und dominant agieren zu wollen.
    Doch wenn sie das machen würde, würde man es ihr als „Schwäche“ auslegen. Ihre Chefs würden sagen: „Typisch Frau, die packt das nicht, die ist zu weich“ usw.

    Und von Frauen in den Naturwissenschaften will ich gar nicht erst anfangen!
    Eine Freundin von mir hat Biologie in Heidelberg studiert. Das war Anfang der 90-er. Sie erzählte mir, einige ihrer Kommilitonen haben sie damals im Hörsaal gefragt, was sie eigentlich hier wolle, sie „nehme nur den Studienplatz einem Mann weg“.

    Oder nehmen wir nur mal die ganzen Ingenieurs-Studiengänge. Wie oft hab ich schon gehört Frauen verstehen sowieso nix von Mathematik, Technik und Logik?

    Mein Mathe-Lehrer in der Schule war auch so n Typ. Der hat auch immer so krasse Sätze losgelassen.

    Oder nehmen wir auch mal Jura: 2001 hat die erste Jura-Professorin in der altehrwürdigen jurist. Fakultät in Tübingen habilitiert! Und meine ehem. Fakultät ist 580 Jahre alt!!!

    Und dann zeigen die Deutschen mit dem Finger auf „diiie Türken“, die ja sooo rückständig und hinterweltlerisch sind. Ich darf daran erinnern, dass die juristische Gleichbehandlung (im Familien- und Erbrecht) von Mann und Frau in der BRD erst Ende der 60-er und dann endgültig in den 70-ern vollzogen wurde. Frauen konnten damals nichtmal ein Girokonto eröffnen ohne Zustimmung des Ehemannes. Das war vor gerademal einer Generation!

    Ich möchte in diesem Blog nicht falsch verstanden werden. Ich bin kein verkappter „Frauenrechtler“ oder so was. Ich lese nicht die „Emma“ oder die „Brigitte“, und steh auch nicht auf Alice Schwarzer. Ich stricke keine Wollpullover und bin auch nicht schwul!

    Ich will einfach nur objektiv sein. Ich schaue mir immer die Argumente dafür und dagegen an, und schaue dann, was richtig ist und was falsch sein könnte.

    Ich wollte sie, Frau Marinic, wirklich nicht verletzen oder so was. Ich weiß, einige Sachen, die ich jetzt geschrieben habe, klingen vielleicht etwas „krass“. Aber ich weiß nicht, wie ich es ihnen anders sagen soll.

    Ich konnte jedoch diesen einen Satz von ihnen nicht so stehen lassen. Ich finde ihn einfach nicht fair und nicht richtig!
    Und wenn ich sehe, dass jemand etwas „ungerechtes“ oder „unfaires“ sagt oder schreibt, dann bin ich davon überzeugt, dass man aufstehen und Einspruch erheben muss, contra geben, dagegen halten, wiedersprechen muss.
    Naja, hoffentlich sind sie nicht so empfindlich und nehmen das nicht persönlich.

    Schauen sie:

    Denn auch gegen sie könnten eines Tages solche widerwärtigen Behauptungen erhoben werden.
    Wenn sie mal nen Bestseller geschrieben haben (also in 2 Jahren 🙂 )
    Dann werden die ganzen Neider aus ihren Löchern gekrochen kommen und vielleicht behaupten (und ich hoffe dass wird niemals passieren!) „die Jagoooda Marinik hat doch nur mit ihrem Verleger………“ (na sie wissen schon).

    Und wenn man erst mal den Stempel auf der Stirn hat wird es sehr schwer ihn wieder los zu werden.

    Sorry, dass ich immer so den Besserwisser und „Polizisten“ spiele. Aber einer muss ja etwas sagen….:)

    Ich weiß, dass sie das sicherlich nur so dahergesagt haben. Aber sie dürfen wirklich nicht so denken! Es ist wirklich nicht war, dass man als Frau nur dann etwas erreichen kann, wenn man derartige unmoralische Methoden anwendet.
    Oder glauben sie etwa, dass Frau Merkel mit dem Kohl…….., na sie wissen schon (:):)).
    Nein! Glauben sie mir. Die würde kein Mann belästigen……

    Man kann es als Frau sehr wohl auch auf die herkömmliche Weise nach ganz oben schaffen. Man muss eben nur an sich glauben! Irgendjemand wird den Fleiß dann auch honorieren und einem die Anerkennung und den Respekt geben, den man verdient hat.

    Wissen sie. Der eigene Enthusiasmus, die eigene Kraft, die eigene Zuversicht und die Stärke färben nämlich sehr häufig auf das persönliche Umfeld ab.
    All diese Dinge schwappen gewissermaßen über auf den Zuhörer bzw. denjenigen, der sich von der Tatkraft und Entschlossenheit desjenigen, der sie ausstrahlt, überzeugen konnte.
    Dann bleibt dem Zuhörer bzw. dem Chef gar keine andere Wahl als dieser Person endlich mal ne Chance zu geben.

    Denken sie immer daran, Frau Marinic, dass andere Menschen in uns immer nur das sehen, was wir selbst in uns sehen. Denn der Glaube an den eigenen Erfolg bewirkt sehr häufig auch, dass andere einem vertrauen.
    Oder würden sie z.B. jemandem Geld leihen, der selbst nicht absolut von seiner Geschäftsidee überzeugt ist?

    Ich weiß, dass, was ich jetzt sagen werde, klingt jetzt vielleicht ein bisschen blöd, aber es passt gerade so gut zum Thema:
    In der Bibel heißt es nämlich irgendwo („wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann wird euch nichts unmöglich sein“).

    Ich weiß, ich klinge schon wie so ein christlicher Prediger. Aber an Worten, die 2000 Jahre alt sind, muss doch etwas wahres dran sein. So falsch können sie doch nicht sein.

    Gewiss, es kann manchmal sehr lange dauern. Aber es wird der Zeitpunkt kommen!
    Die meisten Leute geben m.E. nur zu früh auf. Sie trösten sich dann mit dem Gedanken, dass man es ja eh nicht geschafft hätte, oder man es eben nur auf die unmoralische Schiene schaffen könne, oder eben irgend eine Connection gebraucht hätte, die man nicht hat usw.

    Und wenn derjenige, in den man all seine Hoffnungen gesetzt hat, einem nicht vertraut, dann sollte man sich eben einen anderen Weg suchen, d.h. konkret: vielleicht einen anderen Chef, einen anderen Job, einen anderen Wegbegleiter, einen anderen Verleger, Redakteur, einen anderen Unterstützer, Förderer, Vereinstrainer, einen anderen Freund usw….

    Einen, der einen versteht. Dem man sich anvertrauen kann. Einem der die „gleiche Sprache“ spricht, auf gleicher „Wellenlänge“ ist usw…
    Und diese Person (oder vielleicht auch ne Bank ) wird einem dann vielleicht endlich mal „zuhören“, wird einen unterstützen, fördern, unter die Arme greifen usw….

    Und dann gelangt man endlich ans gewünschte Ziel.

    Darum darf man nie verzweifeln!

    In diesem Sinne:

    Hasta luego!

  3. Lieber Viva Espana, danke für ihre immer ausführlichen und bemühen kommentare… aber sie haben mich falsch verstanden: „Es zählt wer mit wem ins bett geht“ war ironisch gemeint, im sinne von: man zahlt spione um zu sehen, wie jemand seine arbeit verrichtet und verwendet dafür private informtionen… aber gut, dass sie sich so für frauenrechte seinsetzen, dafür müssen sie nicht emma lesen 🙂

  4. Hmm…………………….

    Irgendwie kommt mir das bekannt vor („wie immer sehr ausführlich und bemüht“)

    Leider hat der Bearbeiter das Thema verfehlt.
    Daher mit viel Wohlwollen wohl noch
    AUSREICHEND
    5 PUNKTE

    🙂 🙂

    Apropos:
    Nein, Frau Marinic, ich setzte mich nicht für die Rechte der Frauen ein.
    Ich setze mich gerne für die Rechte derjenigen ein, die wenig Gehör erhalten, die nicht verstanden werden, denen Unrechtes geschieht, die Ungerechtigkeit erfahren, die nicht die Chance haben sich zu artikulieren (weil sie vielleicht die Sprache nicht verstehen), oder die sonst niemand verteidigen will.

    Das ist auch der Grund warum ich Jura studiert habe. Um die Macht zu haben seinen Gegenüber zu verstehen, und ihm contra geben zu können, die, die über einem sitzen (die Behörden, die Bullen, die Vermieter, die Arbeitgeber, die Verkäufer usw…).

    Das ist nämlich das schöne in Deutschland. Die Deutschen lieben ihr Recht. Sie halten sich nun mal daran. Ob sies scheiße finden oder nicht. Wie oft hab ich schon gehört („Was Recht isch isch Recht.“).

    Die Deutschen sind (in der Breite gesehen) sehr ordnungsliebend. Wenn sie sehen, dass sich jemand anderes (z.B. der Nachbar oder ein anderer Straßenverkehrsteilnehmer) nicht an das „Recht“ oder „die Ordnung“ hält, dann verpfeifen sie einen gerne mal bei den Bullen. Mein Nachbar sagte früher gerne („des isch gegen des Recht!“). Uuuuui!!

    M.E. gibt es in D 60 Mio „Hilfssheriffs“. Da muss man aufpassen wo man parkt (auch wenn man niemanden stört), aufpassen, dass man einen gültigen Fahrausweis in der U-Bahn hat (da es sonst von der Seite heißt: „der junge Mann da hat keinen!“), aufpassen dass man sich in einer Schlange auch ja hinter die letzte in einer Reihe stellt (bei einem Versehen wird man nämlich sofort gelyncht) oder wenn man mal eine schwangere Frau in der Schlange vorlässt (dann sagt der Hintermann entrüstet: „die Schlange fängt aber da hinten an!“).
    Hab ich alles schon erlebt.

    Naja egal. Jedenfalls hatte mein Vater früher manchmal Stress mit irgendwelchen Behörden, deren Bescheide und Briefe er nicht verstand, oder dem Vermieter usw… oder seine Versicherung wollte nicht zahlen, obwohl sie dazu verpflichtet gewesen wäre.

    Meine persönliche Erfahrung aus der Praxis ist die, dass der Prozessgegner eines Ausländers (nicht immer, aber häufig) erst einmal alles abstreitet und mit absurdem Gequatsche versucht den ausländischen Gegner zu verunsichern. Frei nach dem Motto, wer einen unaussprechlichen Nachnamen hat (also so wie mein Vater), der hat doch sowieso keine Ahnung von dem Schadensersatzrecht und der Schadensregulierung. Also kann man ihn auch für blöd verkaufen.

    Naja, egal. Eigentlich wollte ich ihnen Frau Marinic nur sagen, dass ich mich sehr gerne für die Belange der oben erwähnten Personen einsetze.
    Und ich hab mich schon total gewundert über ihren Satz. Ich dachte mir: Die kann das doch nicht erst meinen!
    Jedenfalls hab ich mich über diesen Satz geärgert und hab mich dann viel zu sehr „reingesteigert“.
    Das passiert mir häufig. Ich bin dann in meiner eigenen Welt und schreib mir die Finger wund, weil ich mich dann immer so tierisch aufrege. Ich denke mir dann immer:
    Irgend jemand muss ihm doch das Maul stopfen, oder, das muss man doch richtig stellen usw..

    Kennt ihr das, wenn eine Bekannter, ein Freund, jemand aus eurer Familie irgend so nen Satz loslässt, bei dem ihr ausrasten könntet? Und dabei meinte diese Person es vielleicht gar nicht so. Aber in dem Moment seid ihr bloß auf 180 und würdet ihr am liebsten die Meinung pfeifen.
    Naja, so ging es mir bei ihrem Satz, Frau Marinic. Sorry.

    Und dann gibt es noch diese Personen. Naja, ihr wisst schon. Leute, die man schon von Natur aus scheiße und unsympathisch findet. Diese Leute können dann machen was sie wollen. Man findet sie einfach nur scheiße. Und egal was sie sagen, man findet alles einfach nur grottenfalsch was sie sagen. Ich weiß, das ist sehr unfair und intolerant.

    Aber da fällt mir grad ein Satz von Roman Herzog ein.
    Der ehem. Bundespräsident wurde mal in einem Interview von der Maischberger gefragt, was er am allermeisten hasst. Er antwortete: „Am allermeisten hasse ich dumme Menschen.“, woraufhin die Maischberger erwiderte, „aber die können doch nichts dafür, dass sie dumm sind.“ Woraufhin er: „Das Problem mit dummen Menschen ist, dass sie sich für besonders intelligent halten.“

    Dieser Satz hat mir sehr gefallen. Kennt ihr das nicht auch? Man weiß ganz genau, dass er keine Ahnung von dem hat, was er da labert. Aber er lässt den Großkotz raus und kommt sich dann auch noch soooo toll vor.

    Ich meine, irgendjemand muss ihm doch sagen, dass er ein Arschloch ist!
    Diesen Teil übernehme ich dann immer gerne. 🙂

    Ich kannte mal so nen Typen, der hat immer gesagt („die Juden sie so und so, die machen dies und das, die „regieren“ die Welt…)
    Ich meine, was will man denn mit so jemandem diskutieren?!

    Schauen sie:

    Martin Niemöller (evang. Theologe) hat im KZ mal geschrieben:

    „Als sie die Kommunisten und Sozialisten holten, habe ich geschwiegen.
    Ich war ja kein Kommunist.
    Als sie die Sozialdemokraten holten, habe ich geschwiegen.
    Ich war ja kein Sozialdemokrat.
    Als sie die Intellektuellen, Künstler und Journalisten holten, habe ich auch geschwiegen.
    Ich war ja keiner von ihnen.
    Als sie die Katholiken holten, habe ich ebenso geschwiegen.
    Ich war ja kein Katholik.
    Als sie die Juden holten, habe ich wieder geschwiegen.
    Ich war ja kein Jude.

    Als sie mich holten, war niemand mehr da, der sich für mich hätte einsetzen können.“

    Wenn man zuschaut, wie andere in den Arsch gefickt werden, dann wird man eines Tages auch selber in den Arsch gefickt. So einfach ist das.

    Warum schreibe ich ihnen das alles eigentlich?
    Weil ich will, dass man mich versteht. Dann wird das, was ich schreibe, ein wenig klarer.

    O.K., sorry, ich habe sie wieder mal vollgetextet.
    Hoffentlich langweile ich sie nicht zu sehr. Ich weiß, sie haben viel zu tun. Aber ich wollte das noch kurz klarstellen.

    In diesem Sinne:
    Hasta luego!

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