Jagoda Marinic zu Gast im Funkhaus Europa: „Rassismus sichtbar machen“ – eBook mit Pro Asyl und einem Vorwort von Heribert Prantl/SZ

Der Persönliche Gast

Link zum Gespräch auf der Hompage des WDR -Funkhauses Europa finden Sie hier

Jagoda Marinić

Mittlerin zwischen Kulturen Sendung vom 27. März 2012

Wie kommt es, dass der rassistische Hintergrund der NSU-Morde so lange unbemerkt blieb? Und das, obwohl zuvor ausgiebig über „Integration“ diskutiert wurde. Die Schriftstellerin Jagoda Marinić hat dazu nun ein E-Book veröffentlicht.

Jagoda Marinić; Rechte: privat Bild vergrößernJagoda Marinić

Über ein Jahrzehnt lang konnten deutsche Neonazis der Zwickauer Terrorzelle ungehindert Migranten ermorden. Die Ermittler hatten das rassistische Tatmotiv nicht gesehen. Auch Journalisten nicht, die den Begriff der „Döner-Morde“ etablierten.

Warum ist Rassismus für die deutsche Öffentlichkeit so unsichtbar geblieben – trotz der hitzigen Debatten über Integration und Migranten? Oder liegt die Unsichtbarkeit von Rassismus hierzulande vielleicht daran, wie jene „Integrationsdebatten“ geführt wurden, und das die von Rassismus Betroffenen in eben diesen Debatten gar nicht zu Wort kamen?


Plädoyer für mehr Respekt

In ihrem gerade erschienen E-Book „Rassismus sichtbar machen – Ein Plädoyer“ geht die Schriftstellerin Jagoda Marinić diesen Fragen nach und wirbt für Respekt der Alt- und der Neubürger vor- und füreinander.

Migration war schon immer Teil ihrer Arbeit. Jagoda Marinić schreibt als Theaterautorin, Journalistin und leitet Schreibworkshops für Kinder und Jugendliche. Ihre Kommentare zum politischen Zeitgeschehen erscheinen vornehmlich in der Frankfurter Rundschau.

Jagoda Marinić ist 1977 in Deutschland geboren, ihre Eltern kommen aus Kroatien. Sie studierte Germanistik und Anglistik in Heidelberg und begann im Jahr 2001 Bücher zu schreiben: „Eigentlich ein Heiratsantrag“ war auf Anhieb ein Erfolg bei Kritikern und Publikum. 2005 folgte der Erzählband „Russische Bücher“.

Jagoda Marinić erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Förderpreise für ihr bisheriges Schaffen, darunter den Grimmelshausen- und den Hermann-Lenz-Förderpreis. Zuletzt erschien ihr Roman-Debüt „Die Namenlose“.
(Carmen Sadowski


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